| Nur weg von Bern!
Bern – Schüpberg – Saurenhorn – Aarberg – Biel – Les Prés-d`Orvin – Chasseral
Die modular ausbaubare Velotour raus aus der Stadt Bern: In einem ersten Teil gehts über den Schüpberg und Frienisberg nach Aarberg; dann – nicht besonders attraktiv – in einem zweiten Teil von Aarberg auf der nationalen Velowanderroute weiter nach Biel. Wer jetzt noch mag, nimmt den Bus bis Prés-d`Orvin, pedalt auf den Chasseral und geniesst die Abfahrt.
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Praktisches zum Tipp |
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Anforderung: Vielfältige Velotour. Bei voller Distanz anspruchsvoll.
Ausrüstung: Wer hat, montiere sich vor der Abfahrt die breiteren Pneus (einige Kieswege).
Verkehrsaufkommen: Kaum Verkehr bis Aarberg; wenig Verkehr Aarberg–Biel; kein Verkehr bis auf den Chasseral; viel Verkehr zurück nach Biel.
Distanz: 83 km.
Fahrzeit: 6 h.
Jahreszeit: Frühling und Herbst.
Verpflegung unterwegs: Schüpberg-Beizli auf dem Schüpberg; Restaurants in Aarberg und Biel; Restaurant auf dem Chasseral.
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Links:
Velo-Links des VCS
Velo-Links der IG Velo
«Bund»-Wetter
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Markus Schütz
1. Teil: Stuckishaus–Schüpberg–Aarberg
Unsere Veloroute beginnt dort, wo der öffentliche Verkehr umkehrt: Beim Wendeplatz des 21ers in Stuckishaus gehts rechts hinauf und an der Terrassensiedlung vorbei, bevors übers Feld, durch ein Wäldchen und dann sanft bergab durch Felder und Wälder nach Niederlindach geht. Dort links über die Brücke, dann nicht unmittelbar rechts, sondern geduldig noch 100 m auf der Strasse bleiben; nach dem Ortsausgangsschild macht die Strasse den Rechtsschwenker nach Kirchlindach.
In Kirchlindach überquert man die Hauptstrasse und fährt geradeaus weiter. An der Weggabelung am Ortsausgang nach etwa 200 Meter hat man die Wahl: Entweder schwitzt man den steilen Weg links rauf Richtung «Schiessstand/Bittmatt» und wird mit einer schönen Aussicht auf Bern und die Alpen entschädigt, oder man nimmts locker und geht rechts durch das enger werdende Tal und den Wald; wenns irgendwo auf der Strecke noch Hexen und Räuber geben sollte, dann hier.
Nach den jeweils kurzen Waldstücken kommen die Wege wieder zusammen, und nach dem Hof Kalewart gehts noch 100 Meter, bis man sieht, wos lang geht: Von hier sieht man rüber nach Schüpberg, und hier kann man gut Pause machen, bevor mans genüsslich rollen lassen kann. Man kann das Pausen-Catering natürlich auch rüber in die Gartenwirtschaft des Schüpberg-Beizlis outsourcen.
Vom Schüpberg-Beizli gehts zurück in Richtung Meikirch/Aarberg bis Grächwil, dort kurz auf die Hauptstrasse bis Bütschwil. (Wenn man auswärtigem Besuch erklären muss, was ein «Chrachen» ist, zeige man ihm dieses Dorf.) Hier gibts erstmals Kies unter die Pneus: Wir fahren Richtung Winterswil, lassen dieses mit seinen Feldern aber links liegen und radeln dem Waldweg entlang weiter. Nach dem Wald gibts drei angenehme Überraschungen: erstens Teer, zweitens die Aussicht, und drittens gehts bergab.
Aber nicht lange. Wir ächzen uns noch links das steilste Stückchen dieses Abschnitts hoch nach Saurenhorn, durch Saurenhorn hindurch zur Hauptstrasse. Von nun an gehts bergab: In der Rechtskurve links auf den ungeteerten Weg, dann wieder links durch, dann Aussicht geniessen bis nach Lobsigen und schliesslich Aarberg.
2. Teil: Aarberg–Biel
Von Aarberg aus ists noch ein Katzensprung nach Biel; hier stösst man auf die nationale Radwanderroute Nummer 8 (Aare-Route), die wie alle Radwanderrouten ausgezeichnet beschildert ist: In Aarberg durch die Altstadt und über die alte Aare-Holzbrücke. Nach der Brücke geht rechts die Radwanderroute ab.
Die Aare-Route geht auf 305 Kilometern von Koblenz nach Meiringen. Leider ist unsere Teilstrecke von Aarberg nach Biel nicht unbedingt die Mühe wert: Nach Aarberg führt sie via Gimmiz und Walperswil auf stark befahrenen Strassen ans Bielerseeufer nach Täuffelen. Erst nach Täuffelen führt der Radweg runter an den See. Wer sich allerdings nach der Radtour noch eine kurze Abkühlung gönnen will, ist hier richtig: Vor Nidau blieb noch das eine oder andere Badeplätzchen von der Expo.02 verschont.
3. Teil: Biel–Chasseral
Wem der Trip via Aarberg nach Biel noch nicht genügt, dem kann geholfen werden: Der Chasseral ist nah... Am besten schont man sich mit einer Busfahrt von Biel nach Les Prés-d`Orvin; die Busfahrt frisst knapp 600 Höhenmeter weg, und angesichts des nicht besonders idyllischen Weges von Biel nach Orvin (wer fährt schon gerne mit dem Velo auf der Autobahn?) lässt sich die Busfahrt auch gegenüber eingefleischten Radlern rechtfertigen.
Nach Prés-d`Orvin gehts zwar bergauf (und bergauf und bergauf), aber angenehmere Arten, mit dem Velo einen Berg zu erradeln, gibt es nicht: Keine Autos, keine Haarnadelkurven, dafür schattenspendende Tannen bis fast ganz oben.
Von Prés-d`Orvin gelangen wir auf der asphaltierten Strecke über diverse Bovi-Stops via Métairie du Bois-Raiguel zunächst fast unmerklich auf die andere Seite des Chasseral. In einer scharfen Rechtskurve bei Punkt 1332 verlassen wir die asphaltierte Strasse und pedalen auf einem mühsamen, aber auch mit schmalen Pneus bewältigbaren Kiesweg so weit, bis wir unterhalb des kleinen Chasseral wieder festen Teer unter den Felgen spüren. Locker gehts weiter bergauf bis zum kurzen, aber heftigen Pièce de Résistance, wo sich jeder ein suppentellergrosses hinteres Ritzel wünscht. Das Monstrum von Sendeturm, das man inzwischen vor der Nase hat, macht aber deutlich, dass es so weit ja nun wirklich nicht mehr sein kann.
Oben angekommen, verdienen zwei Dinge besondere Beachtung: Die Aussicht und die Bremsen. Wir ernten die Früchte von 1000 Höhenmetern Schweiss und lassens erstmal sausen, durch Nods, durch Diesse, nach Lamboing: Hier entweder weiter runterrunterrunter nach Twann oder La Neuveville, oder links abbiegen Richtung Orvin und ein letztes Mal sausen lassen bis Biel.
| by the way |
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Der Ausgangspunkt des letzten Teils – Les Prés-d`Orvin – ist eines der wenigen Skigebiete im Berner Jura. Die Skilifte im Familienskigebiet erstrecken sich von 1250 m ü. M. bis rauf auf den 1600 Meter hohen Chasseral; für Langläufer stehen insgesamt 50 Kilometer Loipen zur Verfügung.
Von den Skigebieten in Prés-d`Orvin hört man vor allem dann, wenn ans Skifahren nicht zu denken ist: Die Juraskigebiete sind vom Schneemangel am schnellsten betroffen. Aber allzu schnell brauchen die Betreiber nicht nervös zu werden: Der Betreiberin Téléski SA genügen drei Betriebswochen, um die Ausgaben zu decken. Die ehemals privaten Skilifte sind seit einer Krise 1999 im Besitz der Gemeinden der Region.
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