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Der Jura für Geniesser

Biel – Magglingen – Lamboing – La Neuveville

Leichte Velotour mit grandioser Aussicht: Rund 500 Meter über dem Bielersee radeln wir von Magglingen aus durch sanfte Juralandschaft. Nur zu Beginn gilt es einen kleinen Anstieg zu bewältigen, dann verläuft der Weg sanft und meist leicht abwärts. Zum Schluss gibt es eine Abfahrt in unzähligen Schlaufen nach La Neuveville. Ein Veloausflug für die ganze Familie.

Leubringen und Magglingen aus der Luft.(macolin.ch)
 
  Praktisches zum Tipp  
     
  Anforderungen: leicht. Für Jung und Alt.

Ausrüstung: Keine besondere Ausrüstung erforderlich.

Verkehrsaufkommen: gering.

Anfahrt: Mit der Bahn nach Biel und weiter mit der Biel-Magglingen-Bahn.

Rückfahrt: Zug oder Schiff ab La Neuveville.

Steigung: rund 100 m.

Fahrzeit: rund 2 h.

Jahreszeit: Frühling bis Herbst.

Verpflegung unterwegs: Kein Problem, man passiert zahlreiche Orte.

 
     
  Links:
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Funiculaire Biel-Magglingen
Biel-Seeland
La Neuveville
Seeland - Jura
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René Rychener

Sehr beliebt ist die rund dreieinhalbstündige Velotour von Biel aus rund um den Bielersee. Dies, obwohl ein Teil der Strecke, nämlich der Rad- und Fussweg entlang dem linken Bielerseeufer, wenig Reize bietet. Vor allem an Wochenenden, wenn auch noch viele Spaziergänger unterwegs sind, ist der Weg viel zu eng. Und überhaupt: Warum diese Route, eingeklemmt zwischen Nationalstrasse, Bahndamm und See, wählen, wenn es für die gleiche Strecke eine tolle Alternative gibt - rund 500 Meter über dem See?

Aufstieg mit der Seilbahn

Unnötige Strapazen müssen Genussradler deshalb nicht in Kauf nehmen. Schliesslich gibt es in Biel die Magglingen-Bahn. Mit Halbtax-Abonnement kostet der Aufstieg samt Velo Fr.3.50. Die Tour beginnt also 875 Meter über Meer. Ein kleiner Aufstieg, rund 100 Höhenmeter, muss zu Beginn allerdings in Kauf genommen werden. Wer will, kann der Hauptstrasse entlang Richtung Bergrestaurant Hohmatt fahren. Gemütlicher ist es aber, die grosse Schleife zu schneiden und dem Wanderwegzeichen zu folgen (Fahrverbot). Bald mündet der geteerte Fussweg wieder in die Strasse, die im Schatten der Bäume immer noch ansteigt.

Kurz nach dem Antennenmast folgt eine scharfe Rechtskurve. Hier zweigen zwei Fahrwege ab. Der Aufstieg ist überstanden. Hier gilt es dem zweiten, geteerten Strässchen mit dem Hinweisschild Sackgasse zu folgen. Auf ebener Strecke führt nun die Route der steilen Juraflanke entlang durch den Wald. Nach wenigen Minuten folgt eine Ferienhaussiedlung, wo ein Strassenzaun die Weiterfahrt behindert. Das Fahrrad lässt sich aber mühelos unter dem Drehkreuz durchschieben.

Blick vom Chasseral: Über diese Ebene verläuft die Fahrt.(Markus Schütz)

So weit das Auge reicht

Der Weg führt jetzt leicht abwärts, und kurz darauf endet der Wald und man rollt unverhofft in ein grünes Hochtal mit Kühen, frei stehenden Tannen und ein paar Bauernhäusern - Jura pur. Noch etwas später erweitert sich das Blickfeld: Rechts der Chasseral, geradeaus das tiefer gelegene Plateau de Diesse und über der Jurakrete die Alpen, der Neuenburger- und Murtensee sowie ein Teil des Bielersees. Hier lässt es sich gut verweilen.

Das Strässchen führt weiter geradeaus, immer leicht abwärts bis zur Strasse, die von Lamboing zur Feriensiedlung Twannberg führt. Am besten ist es, diese Strasse zu überqueren und geradeaus weiterzufahren. Der geteerte Feldweg biegt nach wenigen Metern scharf rechts ab und wandelt sich für einen kurzen Moment - bis zum tiefer gelegenen Weiler Derrière La Chaux - zu einem holprigen Schotterweg. Unten angelangt, kurz vor dem Tempo-40-Schild, zweigt links ein geteertes Nebensträsschen ab. Auf diesem lässt sich Lamboing umfahren. Kurz darauf, nach der Überquerung der Hauptstrasse Lamboing-Prêles, folgt eine Feldwegkreuzung, und es geht links abwärts in eine Senke. Nach kurzem Anstieg empfängt einen Prêles beziehungsweise das Hôtel de l`Ours. Es folgt die Bergstation der Seilbahn Ligerz-Prêles, von wo aus die nicht übermässig befahrene Hauptstrasse steil und in unzähligen Schlaufen nach La Neuveville hinunterführt. Mit Kindern ist Vorsicht geboten. Wer noch auf dem Plateau de Diesse bleiben möchte, kann von Prêles aus über Feldwege bis nach Lignières (20 Minuten) radeln und erst von dort nach La Neuveville hinunterrollen.

Bilderbuchstädtchen am See: La Neuveville.(Media Time) Mit La Neuveville ist das Ziel erreicht. Von hier lässt sich die Fahrt rund um den Bielersee fortsetzen (noch etwa zwei Stunden). Kürzer - gut eine Stunde - und ebenfalls schön ist der Veloweg nach Ins, wo es Zuganschlüsse nach Bern, Biel, Freiburg und Neuenburg gibt.


 by the way

mif. Ein Juwel an den Ufern des Bielersees: Es lohnt sich, am Ende der Velofahrt noch ein bisschen in La Neuveville zu verweilen und in den Gassen der Altstadt auf Erkundigungstour zu gehen. La Neuveville – zweifellos eines der schönsten Städtchen im Kanton Bern – schaut auf eine fast 700-jährige Geschichte zurück. Es wurde zwischen 1312 und 1318 vom Fürstbischof Gérard de Vuippens gegründet, der mit La Neuveville seine militärische Position gegenüber der Grafschaft Neuenburg und Nidau stärken wollte. Alte Häuser, Brunnen, Türme: noch heute ist das Mittelalter stark präsent.

Wer sich für die Geschichte der Bielerseeregion interessiert, dem sei der Besuch des Historischen Museums in La Neuveville empfohlen. Sehenswert ist besonders die kleine Pfahlbausammlung im Untergeschoss, die zahlreiche Fundstücke – unter anderem einen Einbaum aus der Bronzezeit – präsentiert. Freunde des Mittelalters kommen ebenso auf ihre Kosten: Das Museum zeigt in der Abteilung «Kriegsbeute» zahlreiche Kanonen aus der Schlacht bei Murten (1476), wo bis zu 12 000 burgundische Söldner ihr Leben gelassen haben. Das Historische Museum ist von April bis Oktober jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet.



 
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