| Prächtige Aussichten über die Lueg ins Emmental
Burgdorf – Lueg – Affoltern – Sumiswald – Lützelflüh – Hasle – Burgdorf
Viele Wege führen hinauf. Getreu dem Motto «lieber kurz, dafür heftig» dürfte der steilste davon gerade recht sein: Raus aus der Stadt Burgdorf, Richtung Wynigen, rechts abbiegen und gleich kräftig in die Rennrad-Pedale treten. Während der ersten 20 Minuten sind die Beine gefordert: Eine schmale Strasse schlängelt sich am Restaurant Sommerhaus vorbei durch den Schatten spendenden Wald den Hang hinauf. Die «Seidenwand» hinauf, heisst es im Volksmund – obwohl Sandsteinfels die Strasse säumt.
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Praktisches zum Tipp |
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Anforderungen: Fitness-Strecke für Einsteiger, beliebig verlängerbar. Strassen asphaltiert.
Verkehrsaufkommen: Bis Sumiswald mässig. An Wochenenden schnelle, motorisierte Kurvenfahrer. Ab Hasle mehr Verkehr.
Hin- und Rückfahrt: SBB (3 Züge pro Stunde)
Distanz: Zirka 33 Kilometer.
Steigung: Rund 400 m.
Jahreszeit: Frühling bis Herbst.
Verpflegung unterwegs: Affoltern: Terrasse beim Restaurant zur Schaukäserei. Sumiswald: Leckere Sandwiches beim Bäcker, der auch sonntags geöffnet hat. Und natürlich «währschafte Kost» in zahlreichen Restaurants.
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Links:
Lützelflüh
«Bund»-Wetter
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Michael Müller
Bereits wenn man zum ersten Mal aus dem Wald hinausfährt, wird klar, dass sich die Aufstiegsstrapazen lohnen: Auf der linken Seiten öffnet sich der Blick über das Mittelland auf die Jurakette. Erneut spendet der Wald Schatten, erneut kommt eine Lichtung: Auf der rechten Seite leuchten die weissen Alpen hinter den grünen Hügeln des Emmentals. Das erste Ziel ist der höchste Punkt: Die Lueg, 888 Meter über Meer. Auf dem Weg zum Ziel gilt es, etlichen Versuchungen zu widerstehen; zum Beispiel jener, schon vor dem Kaltacker aufzugeben und wieder talwärts Richtung Heimiswil zu sausen. Oder in einer Gaststätte unterwegs einzukehren und hängen zu bleiben. Ist der Aufstieg aber einmal geschafft, folgt das reine Vergnügen: Rasant gehts hinunter nach Affoltern. Dabei würde es sich lohnen, langsamer zu fahren und dafür die Aussicht zu geniessen.
In Affoltern ist eine Entscheidung gefragt; von hier aus lässt sich die Veloroute ins Emmental beliebig verlängern. Ambitiöse Radler können einen weiteren Hügel bezwingen. Wer sich für die Fritzenfluh (929 m ü. M.) entschliesst, fährt Richtung Dürrenroth, über Wyssachen und steil den Berg hinauf, um durch den kleinen Tunnel auf der Fritzenfluh zurück ins Emmental nach Wasen und nach Sumiswald zu gelangen (zusätzliche, mitunter anstrengende 20 Kilometer).
Wer weniger Zeit und müdere Beine hat, wählt den Weg von Affoltern direkt nach Sumiswald: Wer sich traut, erreicht auf der kurzen Abfahrt nach Weier Höchstgeschwindigkeiten (Vorsicht, Seitenwind!).
Zwischen Sumiswald/Waldhaus und Lützelflüh sieht die Landschaft genau so aus, wie man sich das Emmental vorstellt: Runde, grüne Hügel, die bisweilen gar als erotisch bezeichnet werden. Kulturell Interessierten empfiehlt sich ein Abstecher in die Kulturmühle Lützelflüh. Einmal in Hasle angelangt, kehrt der Alltag zurück: Auf der stark befahrenen Strasse gehts heimwärts nach Burgdorf.
| by the way |
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Nach dem Kaltacker lohnt sich ein Abstecher nach rechts zum Weiler Gärstler: Dort trifft man auf die wohl grösste, schönste und auch älteste Eibe der Schweiz. Der immergrüne Nadelbaum dürfte rund tausend Jahre alt sein und ist gut 15 Meter hoch. Das harte Eibenholz war früher in unseren Breitengraden so begehrt, dass bereits im 16. Jahrhundert Schonzeiten für Eiben erlassen wurden. Der Baum bei Gärstler hat allen Fällgelüsten getrotzt, steht heute unter Schutz und ziert das Gemeindewappen von Heimiswil. Vorsicht: Nadeln und Samen der Eibe sind giftig; sie enthalten das herzwirksame Alkaloid Taxin
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