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Rund um den Frienisberg

Bern - Hinterkappelen - Hofen - Golaten - Aarberg - Ziegelried - Grächwil - Herrenschwanden - Bern

Das Seeland auf Nebenstrassen entdecken: Die äusserst vielseitige Velotour führt durch idyllische Wald-, See- und Flusslandschaft ins beschauliche Städtchen Aarberg mit seinem prächtigen Marktplatz. Hügel hinauf, Hügel hinunter – in einem weiten Bogen geht’s um den Frienisberg herum und über Grächwil und Herrenschwanden zurück nach Bern. Kurz: Eine fabelhafte Ganztagestour mit einigen zähen Aufstiegen.

Das historische Städtchen Aarberg.(Picswiss)
 
  Praktisches zum Tipp  
     
  Anforderungen: Mittel (Ganztages-Tour). Einige hartnäckige Aufstiege.

Ausrüstung: Jedes Velo geht.

An- und Rückfahrt: Bahnhof Bern.

Verkehrsaufkommen: Motorisierter Verkehr vor allem in Siedlungsnähe, Route meist auf Nebenstrassen und Wanderwegen.

Distanz: Rund 49 km.

Fahrtzeit: Gut vier Stunden.

Jahreszeit: März bis November.

Verpflegung unterwegs: Verpflegungsmöglichkeiten in Wohlen, Golaten, Aarberg und Meikirch.
 
     
  Links:
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Michael Fankhauser

Die Länggassstrasse führt geradewegs aus der Stadt, im Bremgartenwald dann kann das Abenteuer so richtig beginnen: In sanft geschwungenen Kurven und immer schön bergab ist der Campingplatz Eymatt rasch erreicht. Wir überqueren den Wohlensee, zweigen in Hinterkappelen beim Kreisel links ab (Radwanderroute 8) und gelangen kurze Zeit später zur Wohleibrücke. Mit dem höchst malerischen Weiler Hofen (495 m) folgt ein erster Höhepunkt, die Route – nun auf Feldweg – führt grösstenteils dem Ufer des Wohlensees entlang. Schliesslich werden wir zum ersten Mal hart geprüft: Der Aufstieg nach Steinisweg (545 m) ist zäh, Velo-Schieben liegt drin.

Fast unbemerkt haben wir uns vom Wohlensee entfernt, Feld und Wald prägen nun das Landschaftsbild. Doch hinter Eimatt zieht der See unsere Aufmerksamkeit wieder auf sich: Zwischen dunklem Wald glitzert hell die Wasserfläche. Noch ein hartnäckiger Aufstieg folgt – zum Weiler Wickacher –, dann geht’s mit viel Schwung hinunter zum Stauwehr des Elektrizitätswerkes (487 m). Bald darauf folgt das Kernkraftwerk Mühleberg, eine gespenstisch anmutende Szenerie. Beim Saane-Steg treten wir ein in eine traumhaft schöne Fluss- und Kanallandschaft. Eine höchst einladende Kulisse für eine erste Rast, eine gute Stunde sind wir nun schon unterwegs.

Am Ufer des Wohlensees.(Rahel Beyeler)

Einfahrt in Aarberg

Mit frischer Kraft voran. Die getankte Energie können wir gut gebrauchen, denn auch die nächste Station der Tour, Golaten (521 m), muss in mühseligen ansteigenden Kurven «er-fahren» werden. Acht weitere Kilometer bis Aarberg kündigt der Wegweiser an, und diese bringen wir zügig hinter uns: Meist geht’s bergab oder zumindest ebenen Wegs. Besonders schön ist das Etappenstück nach Überquerung der Aare. Dies muss sich herumgesprochen haben, denn zumindest sonntags tummeln sich hier Heerscharen von Ausflüglern, Skaterinnen und Bikers. Die geschützte Uferlandschaft begleitet uns nun fast bis nach Aarberg (455 m), in dessen prächtigen historischen Kern wir über die alte Holzbrücke gelangen (siehe «by the way»).

Beim Überqueren der Saane.(Rahel Beyeler) Ungleich härter gestaltet sich der Rückweg nach Bern, muss doch die Hügellandschaft des Frienisberg durchquert werden. Als lohnenswerte Alternative für müde gewordene Fahrerinnen und Fahrer bietet sich deshalb der flache und äusserst reizvolle Weg entlang der Alten Aare nach Lyss (Anschluss ans SBB-Netz) an. Wir aber entscheiden uns fürs Durchhalten. Ein kurzes Stück lang folgen wir der Hauptstrasse nach Seedorf, biegen dann links ab (Teersträsschen). Meist bergauf verläuft nun die Route; sie führt uns durch die hübschen Bauerndörfer Spins, Wiler, Grissenberg, Allenwil und Ziegelried (585 m). Immer wieder lohnt der Blick zurück – schöne Aussicht auf die erste Jurakette.

Der kontinuierliche Aufstieg verlangt uns einiges ab. Hinter Ziegelried gibt's holprige Piste unter die Räder: Auf Feld- und Waldweg pedalen wir an Winterswil vorbei ins urige Bütschwil (636 m). In Grächwil (663 m) können wir aufatmen: Der höchste Punkt der Tour ist geschafft. Nichts spricht gegen eine Verschnaufpause, und dann geht’s auf gut ausgebauter Strasse meist bergab. Ortschwaben, Herrenschwanden... – wir lassen unsere Räder rollen. Flugs sind wir auf der Halenbrücke (518 m). Doch da ist noch ein letzter Aufstieg durch den Bremgartenwald, den es beherzt zu meistern gilt. Dann aber sind wir in Bern (555 m), Endpunkt der Tour.


 by the way

Aarberg – idyllisch in einer waldreichen Hügel- und Flusslandschaft gelegen – ist eines der bedeutendsten mittelalterlichen Städtchen im Berner Seeland. Bereits 1220 auf einer von der Aare umrauschten Felsinsel gegründet, entwickelte sich das Städtchen rasch zu einem wichtigen verkehrs- und militärpolitischen Zentrum für die Region. Die Velotour lädt zum Entdecken ein: Die Holzbrücke aus dem Jahr 1567 etwa oder den weiten Marktplatz mit Bürgerhausfassaden vorwiegend des 18. und 19. Jahrhunderts. Besonders schön: das Amtshaus. Der einzige giebelständige Bau des Städtchens wurde zwischen 1608 und 1610 errichtet.

Heute wohnen rund 3800 Menschen in Aarberg, das weit herum für seinen zweimal jährlich statt findenden Antiquitätenmarkt bekannt ist.



 
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