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Hundert-Gipfel-Sicht

Bütschel-Gschneit – Rudolf-von-Tavel-Gedenkstein (– Hermiswil – Rümligen – Kaufdorf)

Panorama-Sicht vom Feinsten: Der herrliche Aussichtspunkt beim Von-Tavel-Gedenkstein auf dem Längenberg. Unser Tipp: Am eindruckvollsten ist die Szenerie am Abend, wenn Berge und Thunersee in rötliches Licht getaucht sind. Ein wunderbares Spektakel!

Auf dem Weg zum Von-Tavel-Gedenkstein.(Michael Fankhauser)
 
  Praktisches zum Tipp  
     
  Bewertung: Leicht zugänglicher, grandioser Aussichtspunkt. Ideal verknüpfbar mit abwechslungsreicher Wanderung nach Kaufdorf.

An- und Rückfahrt: Mit dem Postauto bis Bütschel-Gschneit (Linie Bern–Riggisberg). Bahn ab Kaufdorf.

Wanderzeit: Von Bütschel-Gschneit zum Tavel-Gedenkstein 10 Minuten, nach Kaufdorf 1 h 30.

Distanz: 4,7 km.

Jahreszeit: Ganzes Jahr.

Verpflegung: Gaststätten in Bütschel-Gschneit, auf der Bütschelegg, in Rümligen und Kaufdorf.
 
     
  Links:
SBB-Fahrplan
Postauto Bern/Freiburg
Rüeggisberg
Rümligen
Kaufdorf
Jakobswege in der Schweiz
 


Michael Fankhauser

Mit dem Postauto (Linie Bern–Riggisberg) bis Bütschel-Gschneit, zehn Minuten spazieren, zunächst auf Teerstrasse, dann auf Kiesweg, und schon ist man da: am Aussichtspunkt beim Von-Tavel-Gedenkstein (957 m, siehe «by the way»). Leichter kommt man im Bernbiet kaum zu einem solch splendiden Rundblick. Vom Pilatus (LU) bis Ochsen – vor einem breitet sich die komplette Berner Alpen- und Hochalpenlandschaft aus.

Ein überaus friedliches und beschauliches Fleckchen Erde. Wunderbar kann man seine Augen umherschweifen lassen und auf Entdeckungsreise gehen: Nur schwer auszumachen ist der Gerzensee. Da der spitze Kirchturm von Kirchdorf. Unter uns – schachbrettartig gemustert – das topfebene Gürbetal. Schon etwas in der Ferne die Stadt Thun und der im Abendsonnenschein rötlich schimmernde Thunersee.

Der Von-Tavel-Gedenkstein: Romantisches Plätzchen mit Aussicht.(Rahel Beyeler) Unternehmungslustigen winkt ein überaus kurzweiliger, gut eineinviertelstündiger Abstieg nach Kaufdorf im Gürbetal, der gleich oberhalb des Gedenksteins beginnt. Der Weg verläuft zunächst durch ein Wäldchen. Anschliessend quert man die Strasse nach Riggisberg, um zu einem leicht zu übersehenden Pfad zu gelangen (Wanderwegschilder beachten!), der sich zu einem Waldweg ausweitet und hinab in den höchst sehenswerten, mit prächtigen Bauernhäusern und blumengeschmückten Speichern bestückten Weiler Hermiswil (843 m) führt.

Das Berner Mittelland im Abendsonnenschein.(Rahel Beyeler)

Romantischer Schlosspark

Äusserst stimmig ist auch die Landschaft, die in der Folge auf Hartbelagstrecke durchwandert wird. Schliesslich stösst man auf ein Strässchen und muss sich entscheiden. Viele Wege führen nämlich nach Kaufdorf: zwei offizielle Wanderwegrouten, wobei sich die Variante über Rümligen empfiehlt, und ein etwas abenteuerlicher Pfad ab durch die Mitte. Hat man sich aber erst durch Gebüsch und Brennnesseln gekämpft, wird man bald auf freudige Überraschungen stossen: der heiter sprudelnde Rümligenbach, der romantische, etwas verwitterte Park des Schlosses Rümligen (siehe «by the way»). Der letzte Abschnitt der Wanderung ist Formsache: Über Rümligen (719 m) geht’s hinunter zum Bahnhof von Kaufdorf (534 m).


 by the way

Im Dienste des Heimatschutzes: Der Von-Tavel-Gedenkstein wurde zu Ehren des bedeutenden Berner Schriftstellers und Gelehrten Rudolf von Tavel (1866–1934) errichtet. Von Tavel hat mit zahllosen, in Berndeutsch verfassten Geschichten und Erzählungen über Land und Leute einen wesentlichen Beitrag zur Sprachpflege und zum Erhalt des bernischen Selbstverständnisses geleistet. Eine kleine Sammlung zu Leben und Werk des neben Otto von Greyerz und Simon Gfeller wohl wichtigsten Berner Mundartdichters findet sich im Schloss Jegenstorf.

Wer vom Gedenkstein hinunter nach Kaufdorf wandert, stösst unweigerlich auf das Schloss Rümligen. Die ehemals hochmittelalterliche Feudalburg – wichtige Umbauphasen um 1650 und 1709 – liegt eingebettet in einem höchst romantischen französischen Barockpark. Das Schloss – einst Wohnsitz der legendären Madame de Meuron – befindet sich in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich.



 
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