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Der Weg ins schönste Schwimmbad

Bern - Ostermundigen - Stettlen/Wiler - Wyler - Nesselbank - Worb

Einfach eine Velotour machen - das ist bei jüngeren Velofahrerinnen und Velofahrern vielleicht nicht gefragt. Also braucht es ein attraktives Ziel - zum Beispiel das schönste Schwimmbad weit und breit. Um diesen Titel mag es unter Gemeinden in der Region Bern Streit geben, aber für Eingeweihte mit tieferem Durchschnittsalter ist der Fall klar: Der erste Platz gebührt dem Schwimmbad Worb. Da gibt es eine imposante Rutschbahn, eine separate Sprunganlage, einen Spielplatz mit Sand und Wasser, einen Beachvolleyball-Platz, ein Restaurant und viel Abendsonne.

Das Schloss Worb.(Swisscastles.ch)
 
  Praktisches zum Tipp  
     
  Anforderungen: Ganz leichte Strecke, rund 100 Meter Steigung. Ideal für Kinder.

Ausrüstung: Jedes Velo geht.

Anfahrt: Bern-Guisanplatz.

Rückfahrt: Bahnhof Worb.

Verkehrsaufkommen: Ab der Kleinen Allmend bis Deisswil auf Radwegen, danach Feldwege und Nebenstrassen, bis Ortseingang Worb fast ohne Autos.

Distanz: Rund 10 km (ein Weg).

Jahreszeit: Juni bis September.

Verpflegung unterwegs: Zahlreiche Restaurants unterwegs.
 
     
  Links:
SBB-Fahrplan
Regionalverkehr Bern-Solothurn
Ostermundigen
Stettlen
Worb
«Bund»-Wetter
 


Fritz Lauber

Die Veloreise zur Badi Worb beginnt zum Beispiel auf dem Guisanplatz in Bern. Auf der alten Bolligenstrasse führt der Weg entlang der Kleinen Allmend, wo je nachdem Schafe weiden, Hornusser üben oder Hundeclubs ihre Vierbeiner trainieren, zunächst zur Waldau. Nun folgt der unattraktivste Teil: auf dem Radweg mit Blick auf den Verkehr auf der Umfahrungsstrasse und entsprechendem Abgasanschluss nach Deisswil. Kurz vor dem RBS-Bahnübergang vor der Station Deisswil zweigt der Radweg rechts ab. Von jetzt bis zum Ortseingang Worb sind Autos nur noch von weitem zu sehen, das heisst, um genau zu sein: Auf der Testfahrt begegnete uns eine einzige Blechkarosse.

Es könnte sein, dass kleinere Velofahrer sich nun von den Strapazen der ersten Kilometer erholen möchten. Da kommt der Grillplatz an der Worble unmittelbar nach den Deisswiler Tennisplätzen gerade recht: Hier bietet sich Gelegenheit zum Verschnaufen, zum Picknicken und zum Spielen am Wasser.

Konkurrenzangebot fürs Baden

Danach geht es ein kurzes Stück den RBS-Gleisen entlang - rechter Hand vorbei an einem riesigen bewässerten Holzlager, einer «Lothar»-Hinterlassenschaft. Jetzt folgt der Anstieg auf den höchsten Punkt der Strecke, der mit 572 m ü. M. bei Stettlen Wiler erreicht wird. Beim nächsten Weiler, in Wyler, könnte bei entsprechender Planung ein weiterer Halt fällig sein, sozusagen ein Konkurrenzangebot fürs Baden in Worb: Für 250 Franken spannt die Familie Pauli nämlich zwei Pferde vor einen Wagen und fährt mit bis zu 13 Personen drei bis vier Stunden lang durch die Gegend. Das Fuhrwerk kann mit Blachen überdeckt werden. «Wenn es heiss ist, gibt es Schatten, wenn es regnet, wird niemand nass», sagt Otto Pauli. Auf Wunsch werden Gäste nach der Fahrt auf dem Bauernhof verpflegt. So könnte eine Rössli-Fahrt zur Alternative zur - auch nicht ganz billigen - Geburtstagsparty bei McDonald's werden. Eine Voranmeldung (Telefon 031/839 12 76) ist allerdings auch beim Bauern nötig, denn bis Pferde und Fuhrwerk bereit sind, gibt es laut Pauli doch «viel zu tun».

Ob mit oder ohne Rössli-Fahrt: Bis Worb ist es nicht mehr weit. Vorbei am Hornusserplatz im Weiler Nesselbank geht es nun leicht abwärts einmal links, einmal rechts, immer mit dem Ziel Worb vor den Augen. Bald wird die Schulanlage Worbboden erreicht, wo man sich zum Beispiel beim Fussballspielen die nach Abkühlung verlangenden Temperaturen holen könnte. Von dort sind es noch ein paar Hundert Meter bis zum Schwimmbad auf der rechten Seite der Hauptstrasse. Einen Radweg gibt es nicht - also fährt man mit ungeübteren Velofahrern am besten ganz vorsichtig auf dem Trottoir. Dafür bringen Fussgänger wie Ordnungshüter heutzutage das nötige Verständnis auf. Jetzt ist das Ziel der Tour erreicht: Ab auf die Rutschbahn!


 by the way

mif. Das Schloss Worb mit seinem trutzigen Bergfried sticht ins Auge – exponiert liegt es oberhalb der Gemeinde. Die Ursprünge des Schlosses gehen auf das 12. Jahrhundert zurück. Das burgähnliche Gebäude kannte im Mittelalter mehrere Herren: Zunächst hatten hier die Freiherren von Worb ihren Sitz, später die Edlen von Kien, schliesslich die Familie Diesbach.

Jähe Zäsur 1535: Ein verheerender Brand zerstörte die Anlage. Das Schloss wurde wieder aufgebaut; im 17. Jahrhundert wechselte es in den Besitz der Familie von Graffenried, die es weiter ausbauten und den Südflügel errichteten. Seit 1792 erfolgten mehrere Besitzerwechsel; heute befindet sich das Schloss in Privatbesitz. Es ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.



 
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