| Links Emmental, rechts Alpen...
Zäziwil - Chäneltal - Blasenfluh - Blasen - Möschberg
Auf der einen Hügelkette hin zur Blasenflueh, auf einer anderen Hügelkette wieder fast zum Ausgangspunkt zurück: Die Wanderung von Zäziwil auf die Blasenfluh und zurück nach Grosshöchstetten bietet einerseits spektakuläre Blicke auf die Alpenkette, andererseits vermittelt sie einen Eindruck vom oberen Emmental. Grosse Abschnitte des Wegs führen durch den Wald, so dass die Wanderung auch in der Sommerhitze erträglich ist.
Markus Schütz
Hat man die Karte vor sich, wirkt die Wanderung wie ein schrägstehendes, umgekipptes "V" - zuerst gehts von Zäziwil fünf Kilometer in nordöstlicher Richtung zur Blasenfluh, auf der linken Talseite des Zäzibachs. Dann gehts auf der rechten Seite wiederum neun Kilometer in südwestlicher Richtung zurück nach Möschberg/Grosshöchstetten. Ein grosser Teil der Wanderung führt durch das Gemeindegebiet von Oberthal, das sich von der Blasenfluh bis nach Grosshöchstetten erstreckt. Davon ist allerdings wenig zu merken: Oberthal mit seinen 900 Einwohnern ist eine typische Emmentaler Gemeinde mit Streusiedlungen und Einzelhöfen, die Gemeinde erstreckt sich über insgesamt 1054 Hektaren.
Die Wanderung beginnt in Zäziwil (680 m), wo man aufpassen muss, dass man beim Dorfausgang den Wanderweg erwischt: Er geht gleich nach dem letzten Haus des Dorfes rechts von der Strasse ab, dann gleich wieder links rauf über eine Weide, auf dem Hangrücken (sozusagen über sein Rückgrat) rauf zum Wald. Nach etwa einer halben Stunde verlässt man den Wald wieder, und man braucht nicht irritiert zu sein, wenn der Weg wieder sanft links hinab führt: Unten bei Chäneltal (885 m) überqueren wir die Strasse, gehen am Schulhaus vorbei und immer weiter bis zum markanten anthroposophischen Heim St. Martin, wo die Strasse wieder ansteigt. Nach einem kurzen Waldstück sehen die Alpen wieder. Jetzt nicht zur Strasse, sondern links dem Wanderweg entlang oben an Hargarten (1004 m) vorbei zur Blasenfluh (1118 m).
Von hier gehts ein paar Schritte weiter Richtung Moosegg/Waldhäusern, einem beliebten Ausflugsziel für Autowanderer. Vor der Hauptstrasse geht der Weg links ab Richtung Blasen – bis zur Siedlung Blasen verläuft er meist im Wald, gibt aber ab und zu einen Blick ins Emmental preis; blickt man nach Norden, vermittelt einem der Ätzlischwandwald oder was von ihm übrig geblieben ist einen Eindruck von der Zerstörungskraft des Orkans «Lothar» vom 26. Dezember 1999. Weshalb die Verantwortlichen der Wanderwege nach Blasen den Weg wieder in den Wald führen, ist nicht ganz klar: Man kann den Chapfwald am Waldrand links umgehen und hat eine prächtige Aussicht, bis man oberhalb der paar Häuser von Chrutberg wieder auf eine asphaltierte Strasse und den Wanderweg trifft. (Wer knapp dran ist, soll durch den Wald: Hier kann man den Notausgang zum nächsten Bus in Arnisäge nehmen.) Nach dem Weiler Büel (den Freunden von Modelleisenbahnen sei ein Blick in die Gärten empfohlen) gehts noch einmal den Waldrand entlang, vorbei an einer Feuerstelle, die für jeden mittleren KMU-Betriebsausflug wie geschaffen scheint und entsprechend frequentiert wird, und dann hinab nach Möschberg (853 m). Beim markanten Speicher aus dem 17. Jahrhundert kann man kurz mit Fachkenntnissen brillieren – vorausgesetzt, man hat «by the way» auf dem eBund gelesen...
| by the way |
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mas. Ganz am Schluss der Wanderung kommt man in Möschberg, Gemeinde Oberthal, an einem markanten Speicher aus dem 17. Jahrhundert vorbei. Der Halbling-Blockbau (Halblinge sind längs halbierte Baumstämme) hat ein weit vorkragendes, geknicktes Satteldach. Auf einem Zierbrett sind die Namen des ausführenden Zimmermanns Daniel Jutzi sowie des Bauherren Ueli Strahm – allerdings nicht wie damals üblich Mann und Frau – angebracht. Weiter trägt das Brett folgende Inschrift (der heutigen Schreibung angepasst): «Du junges Blut, hab Acht zu deinem Gut, du weisst nicht, wie Armut im Alter so wehe tut. Gott mit uns.» (Angaben gemäss Kurzbeschrieb aus dem Bauinventar des Amts für Denkmalschutz.)
Das landwirtschaftliche Schulungs- und Bildungszentrum Möschberg stellte vor der Gründung des Forschungsinstituts für Biologischen Landbau und der Bio Suisse das Zentrum der Bewegung der biologischen Landwirtschaft der Schweiz dar. Gegründet wurde es 1932 von einem Flügel der Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei BGB, der heutigen SVP. Trägerin des Möschbergs ist heute das Bio-Forum, das Seminare zu ökologischen Themen durchführt und eher dem esoterischen Flügel des Biolandbaus zuzurechnen ist.
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