| Und am Ende lockt der Nidlechueche
Bern – Frauenkappelen – Allenlüften – Gümmenen – Ulmiz – Lurtigen – Münchenwiler – Murten
Mauss? Lurtigen? Salvenach? Alles Fremdwörter? Dann ab aufs Fahrrad und los: Die rund zweieinhalbstündige Nebenstrassentour schlängelt sich im steten Auf und Ab durch den ländlichen Westen von Bern und führt dennoch zielsicher ins Ringmauer-gewandete Murten, das den Expo-Ansturm gut bewältigt zu haben scheint. Einige verkehrsreiche Abschnitte in Siedlungsnähe, deshalb für Kinder nur bedingt geeignet.
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Praktisches zum Tipp |
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Anforderungen: Mittel. Zwei relativ hartnäckige Steigungen (vor Frauenkappelen, hinter Gümmenen). Für Kinder nur bedingt geeignet (siehe Verkehrsaufkommen).
Ausrüstung: Jedes Velo geht.
Verkehrsaufkommen: Über weite Strecken gering, allerdings kürzere Passagen über viel befahrene Dorfstrassen.
Distanz: 33 Kilometer.
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Zeit: 2 h 30.
Jahreszeit: Frühling bis Herbst.
Verpflegung unterwegs: Zahlreiche Gaststätten entlang der Route, etwa in Frauenkappelen, Gümmenen und Ulmiz. Gemütliche Altstadt-Restaurants in Murten. |
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Links:
SBB-Fahrplan
Salvenach
Schloss Münchenwiler
Murten Tourismus
Murten
Murten auf Mediatime
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Michael Fankhauser
Eine möglichst verkehrsarme Route auszumachen, um vom Bahnhof Bern nach Niederbottigen westlich der Hauptstadt zu gelangen, ist kein Pappenstiel. Doch zum Glück gibt’s die roten Wegweiser, denen wir bedenkenlos folgen können. Findige Velowegplaner schlagen folgendes Vorgehen vor: Bahnhof Bern (530 Meter) – Inselspital – Station Ausserholligen – Station Stöckacker – Bümpliz.
Und dann wird es sofort ländlicher. In einem grossen Rechtsbogen, in dessen Verlauf wir die Dörfer Niederbottigen, Oberbottigen und Riedbach passieren, die Autobahn unterqueren und gegen Schluss kräftig in die Pedale treten müssen, erreichen wir Frauenkappelen (601 Meter). Eine erste Belastungsprobe, der Aufstieg in den geschichtsträchtigen Ort (siehe «by the way») an der alten Bern-Murten-Strasse.
In Frauenkappelen nach links. Auf überdimensioniertem Radweg rauschen wir, immer parallel zur Autostrasse, an versprengten Höfen vorbei. Bis zur Minigolf-Oase Heggidorn, und gleich danach zweigt unsere Route links ab. Ein weiterer, allerdings sanfterer Aufstieg auf Nebenstrasse schliesst sich an. Unsere Stationen heissen nun: Allenlüften, Mauss (614 Meter). Und dann folgt ein besonderes Abenteuer – die rasante, kurvenreiche Abfahrt nach Gümmenen (476 Meter). Viel Fahrtwind, grosses Plaisir.
Rollend auf der Landstrasse
Im Saanegraben: Den gleichnamigen Fluss überqueren wir auf der alten Holzbrücke (siehe «by the way»). Wieder sind wir gefordert: Der Aufstieg nach Klein-Gümmenen bedeutet einen weiteren Kraftakt. Beim Bahnhof Gümmenen schlagen wir ein Strässchen ein, das links neben der eigentlichen Autostrasse Gümmenen – Biberen verläuft. Auf beschaulicher Überlandstrecke gelangen wir ins Dorf Ulmiz (recht intaktes Ortsbild, 494 Meter).
In Ulmiz rechts, hinter Chäppelimatt links – dies die Routenformel, die uns tief ins Freiburgerland führt. Überdies ist es der prächtigste Abschnitt der Tour: Hügel hinauf, durch Wald, ins verträumte Lurtigen (565 Meter) und – höchst angenehm – ebenen Weges nach Salvenach (564 Meter). Sanftes Gleiten durch Albert-Anker-Landschaft.
Wir dürfen uns auch weiterhin freuen – und die Räder rollen lassen: Abfahrt in die Berner Enklave Münchenwiler (508 Meter), Abfahrt nach Murten (448 Meter), dessen trutzige Türme uns schon aus der Ferne begrüssen. Der Autoverkehr hat uns wieder, doch wir können ihm leicht entgehen: Beim grossen Kreisel geradeaus, auf schmalem Strässchen zum Bahnhof Murten oder – eigentlich ein Muss – weiter in die Murtener Altstadt (siehe «by the way»). Denn nun dürfen wir, verschwitzt und müde wie wir sind, ohne schlechtes Gewissen in ein Stück Nidlechueche beissen.
| by the way |
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Tour der Trouvaillen – eine Sehenswürdigkeit jagt die andere: die Kirche mit inkorporiertem Frontturm (1574) und die Pfrundgruppe mit Pfarrhaus in Frauenkappelen, die gedeckte Holzbrücke (15 Jh.) in Gümmenen, prächtige Bauernhäuser in Ulmiz und Lurtigen, das geschützte Ortsbild von Salvenach und nicht zuletzt das Schloss Münchenwiler, welches mit Wechselausstellungen aufwartet.
Das Zähringer-Städtchen Murten besticht durch eine intakte Altstadt. Ein besonderes Abenteuer – nicht nur für Kinder – ist der Gang auf die Ringmauer. Steil gehts die hölzerne Treppe hoch, Schiessscharten und Wehrturm versetzen einen zurück ins Mittelalter. Nicht zuletzt bieten sich hübsche Ausblicke auf die Dächer und Hinterhöfe von Murten. Ein Tipp!
Wer sein historisches Wissen über Murten vertiefen will, dem sei das Historische Museum empfohlen, das in einer ehemaligen Mühle untergebracht ist.
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