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Sonntags durch den Jura

Moutier – Combe Fabet – Champoz – Pontenet – Loveresse – Reconvilier

Beste Unterhaltung: Kurzweilige, knapp vierstündige Wanderung von Moutier nach Reconvilier, während welcher der Jura all seine Register zieht. Die Höhepunkte: die schattig-feuchte Schlucht Combe Fabet, Weiden- und Waldlandschaften, idyllische Ortschaften wie Champoz und Pontenet. Allerdings: Einige Hartbelagstrecken.

Juraweiden wie aus dem Geografie-Lehrbuch.(Rahel Beyeler)
 
  Praktisches zum Tipp  
     
  Anforderungen: Leicht. Ein längerer Aufstieg durch die Combe Fabet zu Beginn, ausgedehnte schattenlose Partien im zweiten Teil der Wanderung.

Anfahrt: Mit der Bahn bis Moutier.

Rückfahrt: Bahn ab Reconvilier.

Distanz: 14 km.

Wanderzeit: Hinweg: 3h 40, Rückweg: 3 h 30.

Jahreszeit: Frühling bis Herbst.

Verpflegung unterwegs: Gasthöfe in Champoz, Loveresse und Reconvilier.
 
     
  Links:
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Moutier
Malleray
Reconvilier
Berner Jura
Jura Tourisme
 


Michael Fankhauser

Mal diesseits, mal jenseits der Birse, vorbei an der Place du Marché – und eigentlich immer dem Bahngeleise entlang: Wir verlassen Moutier (535 Meter) in westlicher Richtung und gelangen zu einem Friedhof mit schmucker Kapelle (siehe «by the way»). Ein wenig erfreuliches Wegstück folgt, Trottoir-Wandern an der Strasse nach Perrefitte. Doch Durchhalten macht Sinn, und fast hätten wir den Eingang zur Combe Fabet übersehen, den Einstieg in ein einzigartiges Stück Jura-Wildnis. Der Wanderweg zweigt links ab.

Combe Fabet: Die Schlucht verengt sich zu einem Schacht.(Rahel Beyeler) Immer aufwärts durch dichten Wald, die Schlucht verengt sich stellenweise zum Schacht, zum «slot canyon». Da und dort blitzen weisse Kalkwände auf, und überall liegen moosbefleckte Steinbrocken. Eine Märchenwelt, die schleichend übergeht ins Bild, das wir eigentlich mit dem Jura assoziieren: verstreute Tannen und blumenübersäte Weiden. Es bleibt in der Folge beim leichten Anstieg. Der Weg verzichtet ganz auf Kurven, vereint sich schliesslich mit einem Teersträsschen und führt alsbald ins malerische Ortszentrum von Champoz (848 Meter, siehe «by the way»). Zwei Stunden sind wir bereits unterwegs.

Spieglein, Spieglein: Ein gut erhaltenes Haus im Dorfkern von Champoz.(Rahel Beyeler)

Weites Feld

Vor dem Sportplatz in Champoz nach links. Noch einmal steigen wir an, nun über sanft geschwungene Felder. In der Ferne der markante Sendeturm des Chasserals. Beim Gehöft Sous Moron (879 Meter) und seinen handzahmen Zwergziegen beginnt der lange Abstieg. Abwechslung ist bis zum Ort Pontenet (760 Meter, siehe «by the way») garantiert, die Highlights: Querfeldein- und Waldpassagen, das Vogelschutzgebiet «La Mésange».

Hinter Pontenet wählen wir bei einer Verzweigung den rechten Weg, der uns auf einen kleinen Hügel mit vorzüglich positionierter Sitzbank und wenig später nach Loveresse (761 Meter) bringt. Das Ende der Wanderung naht: Auf Teerstrasse hinunter ins Tal der Trame, über die Brücke, ein letzter zäher Aufstieg bis zum Zielort Reconvilier (728 Meter).


 by the way

Ursprünglich ein Marktflecken an einer Talverzweigung unweit verschiedener Juraübergänge, hat sich Moutier ab Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem grösseren Industrieort entwickelt. Einige Sehenswürdigkeiten, so die ehemalige Stiftskirche (gegründet im 12. Jahrhundert, neu aufgerichtet 1858 bis 1863) oder das Schloss (neuerbaut 1738 bis 1742). Charakteristische Neubarock- und Heimatstilbauten gibt es an der Rue de l’Hôtel-de-Ville und an der Rue Centrale zu bestaunen.

Die Wanderung passiert an der Strasse nach Perrefitte die Chalières-Kapelle (Friedhof), deren Grundriss romanisch ist. Die Kapelle weist Wandmalereien aus dem 11. Jahrhundert auf und wurde 1936 stark renoviert.

Ein besonderer Augenschmaus aber ist das bestens erhaltene Bauerndorf Champoz, das sich auf einer hochgelegenen Talterrasse ausbreitet: Türmchengeschmücktes Schulhaus, schlichte Bauernhäuser und plätschernde Dorfbrunnen. Doch auch der Ort Pontenet ist nicht von schlechten Architekten. Malerischer Dorfplatz mit Bauten des 17. bis 19. Jahrhunderts.



 
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